Pezibär GSX-R Challenge Slovakiaring 2012


Nach dem zeitenmässig für mich doch recht enttäuschenden Termin mit KTM Raceorange am Slovakiaring wurde ja eine neue Waffe im Kampf gegen die Sekunden angeschafft. Mit dieser wurde dann ein ganz spontaner Tag am Pannoniaring eingelegt, wobei das eher ein Kampf mit der neuen Waffe als gegen die Uhr war. Aber im Endeffekt kam ich dann zumindest fast an meine Zeiten vom Vorjahr ran; nicht ganz, aber zumindest in die Nähe. Nicht gerade ermutigend für die nun folgende GSX-R Challenge beim Pezibären. Genauso, wie das ganze Drumherum. Viele Sachen zu erledigen, in der Arbeit gehts auch (zum Glück) ordentlich zu und drum an dieser Stelle auch gleich mal ein fettes Dankeschön an meinen Dienstgeber, der sich sehr flexibel und hilfsbereit zeigt, unter Anderem was meine Urlaubsplanung und sonstige Vorbereitungstätigkeiten abelangt.
gsx-r challenge Meine liebe Frau muss leider viel arbeiten (einer muss ja für den Lebensunterhalt sorgen, ich vernichte die Kohle ja nur) und daher ist uns eine Anreise am Vortag der Veranstaltung nicht möglich, also wird Freitag morgens zusammengepackt und losgefahren. Natürlich ist Weltuntergangswetter, eh klar. Heike, Frank, Benny, Thomas, Istvan und Wolfi sind bereits am Ring als wir relativ spät um kurz vor Mittag ankommen. Das liegt aber nicht an meiner Faulheit, sondern unter Anderem daran, dass sich an mein frisch servicierten Transporter (Renault Trafic) im strömenden Regen die Gummilippen der Scheibenwischer abgelöst hatten und wir also auch noch unterwegs schnell Wischerblätter organisieren mussten. Danke schön Renault Donaustadt. *tumbsdown*
Jo, also am Ring angekommen erstmal alle begrüsst und dann gleich zur Anmeldung. Pezibär noch nicht gefunden, also weiter ausladen usw... Kati hat ja aufgrund ihrer Arbeitszeiten sehr wenig Schlaf abbekommen, daher haben wir uns dafür entschieden, wenn sie schon immer brav dabei ist, wenn es geht, sie diesmal nicht am Boxenboden schlafen muss, sondern im neuen Ringhotel um dann noch ein wenig relaxen zu können. Das Wetter vorort ist mit einem Wort zu beschreiben: Scheisse. :-( Der erste Tag beim Pezi ist ja ein echter Freifahrtag, da gibts wirklich viel Fahrzeit, was für mich ein dickes Plus in der Entscheidungsfindung des heurigen Veranstalters war, doch leider hat der Bär des Pezis nicht für das richtige Wetter gesorgt. Gleich mal ein fettes Minus! ;-) Also wird am Freitag von mir echt sehr wenig gefahren, aber was solls, es ist ja schliesslich eine DREI-Tages-Veranstaltung, das entspannt.
So bleibt halt mehr Zeit für das Drumherum, wie Leute begrüssen, Leute kennenlernen, Cup-Paket und diverse Aufkleber abholen und so weiter. Sehr angenehmer Eindruck im Fahrerlager, macht alles einen recht vernünftigen und entspannten Eindruck, das gefällt. Peter ist ein Mann des Wortes und greift noch in der ersten Minute des Erstkontaktes in den Kühlschrank und reicht mir ein nett gekühltes Blondes, herzlichen Dank dafür. Auch erwähnenswert ist die Tatsache, dass der Veranstalter ja nix fürs Wetter kann, nona, aber dass er sich beim Ringmanagement dafür eingesetzt hat, dass dafür am nächsten Tag um ganze zwei Stunden länger Freifahren am Programm steht, da kann er schon was dafür und zeigt meiner Meinung nach, dass er das, was er gut, gerne tut und auch ein wenig Ahnung davon hat. *thumbsup*
Inzwischen wird teils auf Regenreifen gewechselt, teils einfach nur gepennt oder sogar das Motorrad geputzt. Ja, ich habe mein Motorrad geputzt. Kati hat sofort darauf hingewiesen, dass ich das bei der armen, alten Suzi so gut wie nie gemacht hab und auch die KTM nur recht selten per Hand gewaschen wird, dabei hab ich ihr doch erklärt, dass ich das nur für die Aufkleber mache, die ich ja als Challenge-Fahrer aufbringen muss. Draussen geht inzwischen slovakiatypisch die Welt unter und der Planer, der die Entwässerung dimensioniert hat, würde in Japan mit Sicherheit mehrfach Harakiri begehen. Roller, die durch das nicht ablaufende Regenwasser fahren, wirken wie Jet-Skis und der kl.Schuh steht bis zu 20cm tief im Wasser, unglaublich. Auch im Zelt von Familie Heike und Frank herrscht gemässigter Wellengang, aber sie tragens mit Fassung. Mittlerweile stecke ich auch schon im Suzuki-Gewand, Schatzi hat sich den Kapuzensweater angeeignet und so sitzen wir allesamt bei Tisch und nehmen Gegrilltes und diverse Getränke sowie eine von Frank gesponsorte, echte Cohiba zu uns. Bevor wir schlafen gehen, schaun Benny und Wolfi noch schnell mit an Sprung in die Suzuki-Box wo noch ein wenig getratscht wird, und der erste Tag dann auch schön langsam sein Ende nimmt. Ich schmeiss mich rüber ins Hotel, wo Kati schon wartet und wir noch *nuschelnuschel* knabbern und fernsehen.
*chrrrrchrrrpüüüüühhh*
Tag 2 beginnt wie immer mit einer zarten Kopfhaarwurzelentzündung wobei die ausgiebige Dusche und ein ebensolches Frühstück im Hotel die schlimmsten Folgen lindert. Die Strecke ist noch kühl und feucht, aber die Sonne scheint und so bin ich mal sehr optimistisch, dass bald fahrbare Bedingungen herrschen. Nun, ideal ist anders aber es ist halbwegs fahrbar, fahre auch noch mit den alten BT003, die eigentlich noch überraschend gut funktionieren, aber für den Kopf möchte ich dann vorm Quali noch auf die R10 wechseln, wobei ich da noch die von der K1 auf den alten Felgen drauf hab. Das K1-Vorderrad habe ich ja mit zwei neuen 310mm-Bremsscheiben für die K9 passend gemacht, also rein damit. Passt tadellos. Hinterrad hat etwas anderen Kettenradträger und zu allem Überfluss hab ich noch auf dem K1-Träger ein 520er Kettenrad, während auf der neuen eine 525er Kette verbaut ist. Gut, das ginge noch, wenn man das Kettenrad umbaut und die Ruckdämpfergummis der K9 in die K1-Felge tut, dann den K9-Träger montiert, aaaaber, mir fehlt die Distanz der K1-Felge, also passts nicht. Sonst wärs noch einen Versuch wert, aber jetzt is keine Zeit, also Hinterrad vom Reifendienst aufziehen lassen, montieren und schnell vor dem Quali noch eine Runde drehen.
Gleich beim Rausfahren fällt das deutlich verbesserte Handling positiv auf (180 vs. 190), das sich aber nach einer Runde deutlich ins Negative wandelt. Auf der Startzielgeraden beginnt die Front ziemlich unruhig zu werden, die nächsten Sekunden sind ziemlich ungut denn beim Anbremsen ein echt mieses Gefühl fürs Vorderrad, sehr teigig, absolut unwillig und wir erinnern uns, man kommt da mit +250km/h auf die erste Kurve zu, und beim umlegen wäre es, als würde sich irgendwas zwischen Gabel und Lenkanschlag geklemmt haben, nebenbei eiert die ganze Fuhre extrem nach aussen. Nur nicht stürzen! denk ich mir noch, und bringe die Suzl noch heil aus der ersten Kurve von der Strecke. Nichtmal die Hand konnte ich heben, aber ich denke, von hinten hat man sofort gesehen, dass da was nicht passt. Und wie da was nicht gepasst hat, es war plötzlich KEIN Druck im Vorderrad. Also so wirklich nix. Das ist nochmal gut gegangen und so fuhr ich dann zum ersten Mal am Slovakiaring mit dem Lumpensammler und einem Kollegen mit seiner Ducati retour in die Box. Schatzi war etwas ungehalten, denn sie dachte, ich wäre gestürzt, aber so ist sie halt, statt Freude dass dem nicht so war, bekam ich eine drauf, weil trotz ihrer Sorgen doch eh nix passiert ist. Da versteh einer die Frauen. Sofort Räder wechseln und schnell nochmal raus um zu sehen, obs passt. Diesmal eben mit einer neuen Garnitur R10 und etwas verhalten, wieder deutlich langsamer als mit der K1. Es ist echt zum Verzweifeln, es geht einfach nix. Garnix. Macht zwar Spass mit dem Ding, aber so richtige Freunde sind wir noch nicht. Gefühlt fehlt sogar Leistung im Vergleich zur 11 Jahre alten, serienmässigen 750er. Dem werd ich bei Gelegenheit noch auf den Grund gehen und mal einen Leistungsprüfstand aufsuchen, eventuell stimmt ja Bennys Verdacht, dass die K9 noch auf 100PS gedrosselt ist. :-) Dafür ging sie dann wiederum verdammt gut. Wie auch immer, mit Kackzeiten dann ins Qualifying, wo ich nur zwei gezeitete Runden fahre, weil mir das Gewackel und Gezappel echt schon auf den Nerv geht. Zuerst fehlten mir die Bewegungen der alten Suzi und nun störts mich. Kann doch nicht sein, dass das neue Zeugs schlechter fährt als das alte.
Nach dem Qualifying gings dann für mich nochmal raus auf die Strecke, schliesslich sind wir ja zum Fahren hier. Die Sonne ist mittlerweile schon draussen, das Wetter ist einfach geil. Strecke trocken, also theoretisch stünde guten Zeiten ja nix im Wege, ausser halt ich mir selbst. Es ist unglaublich, was ich für einen Stiefel zusammen fahre. Apropos Stiefel, ich hab ja schöne neue Alpinestars-Stiefel gekauft, die waren ein guter Kauf, fühlen sich schön sicher an und sind trotzdem noch recht beweglich. Die Schleifer gehen zwar beim Herumbasteln in der Box recht leicht runter aber beim Fahren kein Problem und es gibt keine Schrauben, wie bei den Gaerne, die man sich abschleifen kann. Aber ich schweife ab... Also wieder mit enttäuschenden Zeiten rein, wo man in der Box schon mit dem Hinweis auf die Challenge-Fotosession auf mich wartete. Also schnell raus aus dem verschwitzten Leder und der grauenhaft unsexien Unterwäsche und rein ins lässige Challenge-Outfit. Schatzi muss mit aufs Foto, also schnell los in die Boxengasse, wo schon die restlichen GSX-R-Reiter mit dem Positionieren der Fahrzeuge beschäftigt sind. Die Fotos sind geschossen, die Mittagspause halb vorbei, also wird schnell noch ein Happen gegessen, bevor die Rennen beginnen.

Gruppenfoto GSX-R Challenge 2012

Achja, in der Zwischenzeit sind auch schon Marion und Willy eingetroffen, die sich die kollektive Geldvernichterei mal vorort ansehen möchten und ausserdem beim Pezibären zum Schweinsbraten eingeladen sind. Willy überreicht mir ein sehr individuelles Tankpad, welches natürlich auch gleich appliziert wir, wenngleich es die bis dahin recht dezente und stimmige Farbgebung meines Motorrades ein wenig "auflockert". :-) Nachdem die 600er Klasse ihr erstes Rennen absolviert hatte fuhr ich noch mal schnell zwei Runden einfach zum Aufwärmen und Testen ohne Stress um den Ring, schnallte die Reifenwärmer wieder um und machte mich für mein Rennen bereit. Ebenso Frank, der sich mit seiner K8 deutlich vor mir qualifizierte und kl.Schuh, der mit der SuperDuke bei uns in der einzigen passenden Klasse, nämlich der der Superbikes mitfährt. Beim Pezi ist die Startprozedur nur geringfügig anders als bei vielen anderen Veranstaltern, nämlich läuft er nicht beim Vorstart das ganze Feld ab um Reihe für Reihe auf die Reise zu schicken, sondern gibt das ganze Feld mit der Flagge zur Warmup-Lap frei. Und das ist aus mehreren Gründen auch wirklich gut so, denn erstens kann man so wirklich den Start üben, zweitens würde es ewig dauern, bis die letzte Reihe am Weg in die Warmuplap ist. Wer den Pezi mal laufen gesehen hat, der versteht was ich meine.
Der Start in die Aufwärmrunde gelingt mir ganz gut, ein paar feuchte Flecken in der ersten Kurve (dort wurde) vor dem Rennen noch das Ölbindemittel von der Strecke entfernt (da kann sich so mancher Ringbetreiber eine Scheibe abschneiden!) bremsen dann aber doch ein wenig und ausserdem ist es ja eben nur die Aufwärmrunde. Wieder retour am Grid, ein Blick rüber zu Frank, dann wieder konzentriert auf den etwas älteren Herren mit Bart und roter Flagge. Als er beginnt in Richtung Boxenmauer zu "laufen" ist klar, der Start ist nicht mehr weit. Die rote Ampel geht an und relativ bald auch wieder aus. Gefühlt hab ich einen guten Start erwischt, kann ein paar der Mitstreiter hinter mir lassen und biege recht vorsichtig in die erste Kurve ein. Vor mir die eher schnelle Partie, das merke ich sofort, da ich nach der ersten Kuppe schon schleichend den Anschluss verliere. Die nehmen einfach deutlich mehr Speed mit durch die langgezogene Rechts zur zweiten Kuppe. Dort bin ich gefühlt garnicht so schlecht, auch wenn ich mit dem neuen Gixer wieder vor der Kuppe bremse, also zumindest deutlich früher als mit dem alten, und das obwohl die Bremserei und die Gabel eigentlich deutlich besser sein müssten. Gibt also keinen logischen Grund dafür, ausser Hosenscheissertum, aber was solls, sieht ja keiner. Die erste Runde vollende ich als 8., das sind doch einige Plätze, die ich gutmachen konnte. Einmal kurz vor auf 7, dann aber wieder zurückgereicht auf den 8. Rang, bleibt das auch so bis zur Runde 6, wo sich ein ziemlich lässiger Fight mit einer 999S ergeben hat, den ich jedoch leider nicht für mich entscheiden konnte. Ich hab zwar versucht noch zu kontern, ging aber dann in der letzten Runde knapp nimmer, da ich mit einem immer stärker pumpenden Heck zu kämpfen hatte. Teilweise wirklich sehr starke Bewegungen, die dazu zwangen, doch leicht vom Gas zu gehen, da sonst gefühlt die Streckenbreite nicht ausgereicht hätte. Einerseits enttäuscht, aber dann doch voll zufrieden mit dem guten Start und dem Kampf bis zum Ende hin das Rennen dann als 8. beendet. Als ich dann gesehen habe, dass ich eigentlich immer 22er und 21er gefahren bin, war ich wieder ein wenig positiver gegenüber der neuen Suzuki gestimmt, auch wenn es nicht so ging, wie ich es mir vorgestellt hab.
Zum Glück gibts beim Pezi zwischen den Rennen der einzelnen Klassen kurze Freifahr-Turns, was uns Racern die Möglichkeit gibt, etwas durchzuschnaufen und den Boxenkollegen bei der Vorbereitung auf deren Rennen zu helfen oder zumindest zuzusehen und dann auf die Tribüne zu wandern, um von dort das Rennen zu verfolgen. Was wir natürlich auch getan haben. Benny, Wolfi und Istvan machen sich auf den Weg zur Startaufstellung. Übrigens, überraschend viele KTM und noch mehr Ducatis bei Pezibär am Start. Na jedenfalls die drei RC8ler aus Box 23 am Weg zum Grid. Der Vorstart ist schon beeindruckend, man sieht von der Tribüne aus wirklich nahezu die gesamte Strecke ein, das macht wirklich Laune. Der Start von Benny etwas verpfuscht, zwei mal hintereinander das Vorderrad hoch und runter, das kostet Vortrieb aber dank der offensichtlich doch recht gut im Futter stehenden RC8-R keine Plätze. Die Aufholjagd war durchaus spannend, wir konnten schon vorhersagen, wo er sich den nächsten schnappen wird, war ein spannendes Rennen. Istvan, der leider nicht nur gesundheitlich etwas angeschlagen und daher auch ein wenig konditionell geschwächt war, wurde von seiner RC8 bzw. deren Schaltautomat/Getriebe-Kombination gequält und hatte mehr damit als mit den Gegnern zu kämpfen. Nächstes Mal wirds besser, ganz sicher. ;-) Wolfi wartete erstmal, bis sich das Feld vom Acker gemacht hat, um dann gespannten Hahnes hinterher zu hecheln. Wolfi konnte sich dann doch etwas von Istvan absetzen, so hatten wir quasi auf der gesamten Strecke einen unserer Fahrer, war also egal wohin wir sahen, irgenwo erblickten wir einen von uns. :-)
Benny fuhr dann einen hervorragenden 11. Platz von 32 Startern heraus, und Istvan und Wolfi beendeten das Rennen souverän ohne Zwischenfälle. Das kann man von den vier Ausfällen leider nicht behaupten. Tja, lieber an den weniger prominenten Plätzen ins Ziel kommen, als vorne auszufallen. So gesehen wars ein erfolgreiches Rennen. Darauf erstmal einen Radler. :-)
Ich bin dann nochmal ein paar Runden rausgefahren, aber wie schon die restlichen Tage lief es einfach nicht rund und kam nichtmal ansatzweise an die Zeiten im Rennen ran. Ach dann lass ich es einfach für heute gut sein, und widme mich dem Rundherum. Benny reist noch am selben Tag ab, kl.Schuh, dessen gerade erst neu hergerichtete Superduke schon wieder Probleme macht (Ausfall im 8 Runden-Rennen), wird auch noch am Samstag abreisen. Schade, aber verständlich. So bleiben Wolfi, Istvan, Kati, Frank Heike und ich bis Sonntag und natürlich auch der Besuch in Form von Willy und Marion. Spannend wurds nur, als wir dann einen Sitz- und Ablagemöglichkeitenengpass erfahren mussten, aber auch der wurde gemeistert. Noch einmal wurde der Griller angeworfen, ich musste jedoch zuerst noch zum Challenge-Meeting im VIP-Raum der Rennstrecke. Vertreter von Suzuki-Austria und Bridgestone hielten dort ihre "Ansprachen" zur folgenden Challenge, wobei die eher sehr -sagen wir mal- "allgemein" gehalten waren. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich beim Grillgelage geblieben, aber als braver Challenge-Neuling muss man ja positiv auffallen. :-)
Sonntag, also Tag 3, dann etwas länger geschlafen aber doch noch früher munter als Kati, die sich mit Marion und Willy zum Frühstück im Hotel verabredet hat. Ich mach mich "schon" um 8:00 nach ausgiebiger Dusche und Frühstück am Weg zur Box, wo ich dann auch bald drauf Wolfi antreffe. Istvan hat etwas länger geschlafen um sich ein wenig zu erholen und so wird langsam aber sicher zum Fahren vorbereitet. Da fällt mir ein, ich muss ja noch tanken. Super. Kati hat die Geldbörse, meine Kanister sind leer... Wolfi leiht mir schnell mal 20 Euro, für die ich gerade knapp 11 Liter 98er kriege, weil ich mich am Tankautomaten verdrückt habe. Meine Suzuki verträngt nämlich auch 95 und das wäre um 1,65 zu haben gewesen, also doch etwas günstiger als die 1,85 für das 98er. Nach dem Tanken dann schnell mal eine Runde raus auf die Strecke um zu testen, ob es mit etwas mehr Druckstufe besser funktioniert. Nach dem Turn dann nochmal Reifendruck kontrolliert (passt) aber noch immer dieses Schlingern hinten zu beklagen. Also zum Herren "Zupin" an der Strecke, der mir -natürlich- zu einer Überarbeitung der Gabel (derweil gehts noch) und einem neuen Federbein (des is für die Strecke zu soft) rät. Vorerst solle ich es aber mal mit noch mehr Druckstufe probieren, der Rest sollte eigentlich passen. Gut, also noch etwas High- und Lowspeed-Druckstufe zu und fertig fürs folgende Qualifying.
Im Suzuki/Bridgestone Rennen starten die 600er und die 750er gemeinsam, was auch gut ist, da die beiden ganz gut zusammen passen und es auch so für ein schönes Starterfeld sorgt. Ich qualifiziere mich am (wenn ich mich recht erinnere) 14. Gesamtrang und starte wieder aus der 4. Reihe. Vorstart gut, ich bin kurzzeitig sogar ganz vorne, wobei das natürlich absolut nix aussagt, aber cool ist es trotzdem. Den echten Start erwisch ich nicht ganz so gut aber trotzdem noch besser als einige meiner Mitstreiter, was mich dann in der ersten gezeiteten Runde auf Platz 11 spült. Vorne wirds immer flotter, ein wenig kann ich folgen, aber muss dann einsehen, dass die einfach schneller sind. Von hinten wird natürlich auch wieder aufgeholt und angedrückt, wobei ich mir einen Kollegen vor mir schnappen kann, dann aber dafür gleich wieder selbst hergebrannt werde. Ein Ausfall eines Fahrers vor mir beschert mir dann den 10. Gesamtrang und den kann ich dann auch bis ins Ziel retten. Leider sind wir in der 750er Klasse nur sehr wenig Starter, sodass mein 5. Platz in dieser Klasse eher einen etwas faden Beigeschmack hat. Dass das Drehen an der Druckstufenschraube nicht wirklich was gebracht hat, muss ich wohl nicht extra erwähnen, tu es aber trotzdem. Jetzt bin ich schon tatsächlich am Überlegen, ob eine Überarbeitung oder ein neues Federbein die bessere Wahl wäre, denn verschlechtern möchte ich mich nicht, und ausserdem habe ich nicht vor, das Schlusslicht in der diesjährigen Challenge zu werden. Wolfi und Istvan fuhren ihr 8 Runden Rennen in der Gaerne/GP-Klasse auch ohne Zwischenfälle zuende, und so ging es nach der Siegerehrung in die wohlverdiente Mittagspause.

Daumen hoch, geiles Rennen

Das Ringrestaurant ist zwar im Vergleich zu Marios am Pannoniaring ein Haubenrstaurant, aber gegen Brünn oder gar Rijeka... nicht erwähnenswert. Jedenfalls wurde nach dem Essen fürs nun folgende 15-Runden Rennen zum Motorrad-Magazin-Cup vorbereitet. Als Startaufstellung wurde das Quali vom Samstag fürs 8-Runden-Rennen herangezogen, was einen für mich nicht gerade berauschenden Startplatz in der 10. (ja, zehnten!) Reihe bedeutete. Keine Ahnung, ob jetzt 36. oder 38. oder so, jedenfalls ganz weit hinten. Und im 15-Runden-Rennen fährt alles von der 600er über die 750er bis hin zur 1000er und die fetten Zweizylinder. Saugeiles Starterfeld, wenngleich auch ein wenig angsteinflössend, wenn da alle die Motoren zur Aufwärmrunde aufheulen lassen. Und in die ging es auch gleich, in die Aufwärmrunde. Spitzenstart, das fühlt sich gut an, da kann man ein wenig vor fahren. Jetzt aber daran denken, dass das hier die doppelte Distanz der beiden letzten Rennen ist, also Kräfte einteilen ist angesagt.
Hier hinten sehe ich den Pezi garnimmer, nur die Ampel ist noch schemenhaft erkennbar. Als die Motoren auf Touren gebracht werden, war mir klar, jetzt sollte bald rot leuchten, was es auch tat und kurz darauf ging die Ampel aus. Den ein oder anderen Frühstart konnte man hier hinten beobachten, aber ich denke, der hätte auf das Endergebnis keinen Einfluss. Aber gesehen hab ichs schon, Burschen! :-) Ich hab gleich mal über 10 Plätze in der ersten Runde gut gemacht und kämpfe mit einem ganzen Haufen Fahrer vor und hinter mir. Hervorheben möchte ich die für mich absolut unbekannte Beherrschtheit und das sehr faire Verhalten der schnelleren Leute bei dieser Veranstaltung, denn gerade in diesem Rennen hat man gesehen, dass sich deutlich schnellere Leute ein oder zwei Kurven hinten angestellt haben, obwohl sie mit etwas Härte locker hätten reinstechen können. Das kenne ich normalerweise nicht so. Das taugt mir, denn ich versuche ebenso alle anderen leben zu lassen, Platz hin oder her. Gekämpft wird aber trotzdem um jeden Platz und das bekomme ich auch zu spüren. Mehrere Positionswechsel in beide Richtungen, immer fair aber natürlich unter vollem Einsatz und teilweise wild schlingernd, bringen mich im Endeffekt überraschend fit immerhin auf den 21. Gesamtrang. Ich habe mich an diesem Tag schon damit abgefunden, keine Zeiten mehr zusammenzubringen, also gings mir rein nur darum, möglichst eine entspannte Sitzhaltung auf dem Motorrad zu finden, und was kann da besser sein, als ein etwas längeres Rennen?
Ja nun, nachdem ich mich auch im 15-Runden-Rennen zeitenmässig nicht mehr verbessern konnte, blieb ich im Endeffekt bei doch ein wenig enttäuschenden 2:21,2 hängen, wobei da für die heurige Saison sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Da gibts Nachschlag, entweder mit überarbeitetem oder neuem Federbein, wär ja gelacht.
Auch Wolfi ist das 15-Runden-Rennen ohne Zwischenfall gefahren und darauf haben wir natürlich noch gemütlich angestossen, bevor es mit dem Aufräumen los ging. Nahezu zeitgleich mit dem Verladen begann es auch gleich zu regnen, aber das konnte uns dann schon egal sein. Die Heimfahrt recht ereignislos, bis auf die Tatsache, dass es kurz vor Wien einen heftigen Hagelschauer gab, der die Autobahn teilweise lahmlegte. Kati und ich sind aber kurz vorher schon abgefahren und haben uns in einem Restaurant noch ein gemütliches Abendessen gegönnt und sind dann gesättigt und relaxt heim, wo wir aufs Ausladen gleich mal verzichtet haben. Das hab ich heute früh gemacht, bevor ich mit dem Tippseln dieses Berichtes und dem Wäschewaschen begonnen habe.
Mein Fazit (denn sonst wirds wirklich viel zu lang): Pezibär für mich mit Sicherheit die richtige Wahl für die heurige Saison, wenn es so bleibt. Gut organisiert, um das Wohl der Fahrer bemüht, Cup-Bekleidung gefällt (musste für Kati nachbestellen), Boxendurchsagen rechtzeitig und verständlich, angenehmes Publikum und die Fahrer auf der Strecke sehr angenehm. Das viele Freifahren ist für mich persönlich ein grosses Plus, auch wenn es für die echten Zeitenjäger nervig ist, weil es passieren kann, dass keine freie Runde möglich ist. Für mich persönlich kein Problem, fahre ich halt im Rennen meine schnellste Runde. :-) Auch wenn die Internetseite der Pezibären ein technischer Tiefschlag ist, so sind schon am Folgetag die Ergebnisse online inklusive aller Rundenzeiten, sehr fein.

Ich komme wieder und freue mich schon auf Most!

Doppel-R, #666 kapper.net racing


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benny_rr_grins benny_stiegl_happy box_tisch
Benny wollte nur wie ich das Victory-Zeichen deuten, hielt aber die Hand etwas ungünstig. Denke ich. Herr Benny Nummer 75 mit seinem Stiegl. Abends am Ring ein unzertrennliches Team. :-) Ein Blick auf unser Picknick in der Box, während draussen die Natur versucht hat, den Slovakiaring ersaufen zu lassen.

feuerwehr frank gib_gas_istvan
Die Burschen der Feuerwehr am Ring sichtlich gut drauf. Zum Glück brauchten wir die nicht. Frank, wie immer mit einem Lächeln im Gesicht. :-) Los Istvan, gib Gas und zeigs denen da draussen.

hagelschauer heike_frank_cohiba heike_nett
Dieses Bild kann nichtmal ansatzweise rüberbringen, was sich bei der Heimfahrt abgespielt hat. Wir sind dann eben von der Autobahn runter und haben das Unwetter bei gutem Essen abgewartet. Heike aka Coke mit gutem, österreichischem Bier und Frank mit guter Zigarre. Auf diesem Foto wirk Heike direkt ein wenig "nett". Ja, ich weiss, ich sagte ja, es wirkt nur so. *eg*

istvan_gixxer istvan_handy kati_rr
Istvan betrachtet die technische Perfektion des Gixxers. Hier ist unser Lackier- und Spenglermeister mit seinem hochtechnologischen Spielzeug aka Iphone beschäftigt. Schatzi und /me, die roten Augen passen irgendwie gut zu meiner Startnummer find ich.

urks nach_willys_kuss pezibaer
Ich behaupte mal, er wollte mir was leise ins Ohr sagen. Es sieht halt aus, als würde er dran knabbern oder mich küssen. *brrr* Und ja, er hat mich geküsst. Der Gesichtsausdruck sagt wohl alles, oder? Der Bär des Pezis mit Sodawasser. *räusper*

r10_luftlos rr_putzt schatz_gatorade
DAS war vielleicht lustig, als ich mit diesem Vorderrad Ende Start und Ziel abbiegen wollte. Ha ha. Ja, hier putze ich mein Motorrad tatsächlich. Aber nur, damit die Aufkleber halten. Schatzi bringt mir Alkfreies und meine morgendlichen Tabletten. Völlig unaufgefordert. Sollte ich die Tabletten eventuell mal kontrollieren?

schuh_benny_basteln schuh_schlaeft slowassia
Alle basteln ein wenig herum, wie immer. kl.Schuh 94 vom Dukecity-Team in üblicher Pose zwischen den Turns. Slovakiaring unter Wasser. Ich sehe das Fahrerlager öfter so als trocken. Leider. Aber irgendwie hat das schon wieder was.

strecke_morgens suzi_k9 suzukimann
So sah die Strecke am nächsten Morgen aus. Trocknete aber in einer Stunde nahezu vollkommen auf. Klein Suzi wartet gespannt auf den Einsatz. Schaut recht elegant aus, finde ich. Leider hab ich den Namen vergessen, aber dieser nette Kerl hat mir das Bekleidungspaket und meinen Fahrerausweis übergeben.

tankpad typisch_wolfi willy_marion_istvan_pezi
Dieses Tankpad hat mir Willy gebracht. Klar ist es farblich nicht gerade optimal, aber schaun mer mal, wie lang es dauert, bis es mich nervt. *g* Das ist unser Wolfi in typischer Pose. Was die da wohl gesehen haben?

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Einfach nur Wolfi. :-) Der alte Mann und sein Auto. So ein Hotelbett ist halt doch etwas bequemer als ein Schlafsack am Boxenboden. Diesmal haben wir Bennys Wohnwagen verschmäht, aber trotzdem danke nochmals für das Angebot.

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Geiler Fight mit einer 999S im Motul 8 Rundenrennen Eine Runde später, selbe Stelle. Leider konnte ich es nicht ins Ziel retten, auch wenn es das nächste Bild suggeriert. Auslaufrunde des Motul-Rennens am Samstag nach einem lässigen Zweikampf.

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Und wieder eine dieser unzähligen, teils echt geilen Ducatis im Nacken.


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