Lauf 3 der GSX-R Challenge in Mugello


Da zwischen dem Rijeka-Termin von KTM im Juli und dem Mugello-Termin von Pezibär nur eine Woche lagen, haben Kati und ich beschlossen, dass wir die Termine mit einem Kurzurlaub in der Toskana sozusagen miteinander verbinden und sind gleich am letzten Tag in Rijeka in Richtung Mugello aufgebrochen. Spät in der Nacht haben wir dann eine Unterkunft in einem Viersternehotel gefunden, die dann auch immer Ausgangs- und Endpunkt unserer täglichen Erkundungstouren war.
Dafür wäre aber eine eigene Seite zu erstellen, mal sehen, ob ich Zeit und Lust dazu finde. Jedenfalls war das einfach nur wunderschön, wir hatten unheimlich viel Spass und konnten super entspannen, haben viel gesehen und viel und gut gegessen.

An dieser Stelle auch ein Dankeschön an meinen Arbeitgeber, der mir den Urlaub mitten in der Hochsaison genehmigt hat, das ist in der Kälte-/Klimabranche nicht selbstverständlich.
Auch diesmal möchte ich keinen ewig langen Bericht schreiben, sondern nur in Stichworten zu den Bildern ein wenig erzählen. Ein wenig vorab jedoch schon:

gsx-r challenge In Rijeka gestürzt, bin ich mit waidwundem Motorrad im Gepäck nach Mugello angereist, habe dort tagelang versucht, Kupplungsdeckel und Lenkerstummel zu organisieren, wobei ich in mehreren grösseren Städten leider keinen Erfolg hatte. Sei es in Florenz, Bologna, Prato..., nirgendwo war sowas lagernd. Versteh ich nicht. So hab ich dann in Österreich beim Theo Winkler von Suzuki Austria angerufen und ihm mein Leid geklagt, worauf ich ein ermunterndes "des kriag ma scho irgendwie hin" zu hören bekam. Und so war es dann auch.

Beim ersten Mal auf die Rennstrecke raus war ich überwältigt. Wie soll man sich diese Strecke merken? Nebenbei bekam ich Angst vor der ewig langen Geraden, die ist noch ärger als Slovakia. Aber diese beeindruckende Anlage, das ist so unheimlich schön dort, einfach eine andere Welt. Istvan war ja schon mal hier, der hat mir viel von der Strecke erzählt, ich habs als euphorische Übertreibungen aufgefasst, aber das war es nicht. Es war genauso wie Istvan das beschrieben hat. Gerade beim Schreiben bekomme ich so einen verklärten Blick und überlege schon, wie ich es 2013 anstelle, wieder nach Mugello zu fahren. Jedenfalls haben wir, Istvan, Wolfi, Kati und ich, keine Box genommen, da die riesengross und eben sauteuer sind. Istvan hat sein Klappzelt mit, Wolfi ebenfalls und Kati und ich sind ja im Hotel einquartiert, das nichtmal 10 Minuten von der Strecke entfernt ist. So haben wir uns die Kohle für die Box einfach gespart, was mir durchaus entgegen kam, schliesslich musste ich ja auch die Sturzteile bezahlen. *g*

Jo, allzuviel gibts nicht zu erzählen, ausser, dass die Veranstaltung mit Jura Racing und Pezibär gemeinsam durchgeführt wurde, daher war die Gruppeneinteilung etwas anders als sonst, auch die Zeitnehmung war anders als gewohnt. Da gab es ein paar Unstimmigkeiten, die aber alle gelöst werden konnten. Ich hab Leute nach vielenvielen Jahren wieder mal gesehen (Waldi, Pubi und Papi) und festgestellt, wie schnell doch die Zeit vergeht. Und, dass ich doch noch einer der Hübscheren geblieben bin. *g*

Zeitenmässig gings bei mir nicht besonders, aber das war mir fast egal, auch, dass ich zweimal von je einer Frau (extrem knapp) hergebrannt wurde, konnte mich nicht von meiner guten Laune abbringen, meine liebe Frau jedoch schon. "Kann net sein, dass die Frauen herbrennen, gib halt mehr Gas!" war noch die mildere Version von dem, was ich da zu hören bekam. Aber ich war da ja nicht der Einzige, also passt das schon. Aber auch das ist irgendwie dem fliegenden Start geschuldet, denn da bist Du vorne und denkst, in der letzten Runde kannst ein wenig vom Gas geben, es is eh genug Luft nach hinten, dabei fährst Du rein gegen die Uhr, tja, und dann wirst halt um ein paar Zehntel oder gar Hundertstel versägt, obwohl Du vorne bist. Daran muss man auch denken.

Versöhnt wurde ich am Ende der Veranstaltung dann mit einem überraschenden Pokal in meiner Klasse, wobei ich leider noch auf die Fotos warte, die bekomme ich hoffentlich bald per mail. Ein paar Fotos von der Veranstaltung stell ich vorab mal hier rein und werde eventuell noch weitere und ein Onboard-Video folgen lassen.

Eines ist fix: Mugello, 2013 komme ich wieder!

kapper.net



p1000644 p1000646 p1000649
Kleine Pause am Weg zur Rennstrecke. Unser Urlaubsdomizil war ein Viersternehotel in Scarperia, nur rund zwei Kilometer Luftlinie entfernt. Diese Tatsache nutzten wir, um uns vorab einen Eindruck von der Rennstrecke zu verschaffen. Soviel vorab: Beeindruckend! Dieser knallrote Helm steht am Eingang zur Rennstrecke. Da drin residiert die Security und Kassa. Nicht gerade das modernste Helmmodell, aber trotzdem beeindruckend, wenn man es das erste mal sieht. Von diesen kleinen, flinken Kerlen haben wir am Weg zur Boxenanlage einige gesehen. Als Großstadtmensch muss ich gestehen, dass ich sowas schon lange nimmer in freier Natur zu Gesicht bekommen habe.

p1000665 p1000688 p1000690
Tja, und dann das Paddock erreicht. Auch hier wieder mit einem Wort zu beschreiben: Beeindruckend! Mittlerweile hab ich ja schon ein paar Rennstrecken durch, aber Mugello ist eine Liga für sich. Das ist für mich mit keiner anderen Strecke zu vergleichen. Hier ist alles schöner, grösser und natürlich auch teurer. Aber man muss es einfach mal erlebt haben. Typisches Touristenfoto. Schatzi und ich wieder retour in Richtung Scarperia, bewaffnet mit Fotoapparat und mächtig Hunger. Kati ist schon genauso nervös und voller Vorfreude auf den Mugello-Termin. Selbst Kati war beeindruckt vom Drumherum um Mugello, auch wenn sie selbst nicht fährt. Überhaupt ist dort alles sehr motorradfreundlich. Da kann sich Österreich ruhig ein wenig abschauen.

p1000978 p1000999 p1010049
Endlich auf der Strecke angekommen, Wolfi war schon da, fertig ausgeladen und dann mal die Sushi inspiziert. Schliesslich hat es mich ja in Rijeka vor einer Woche damit ins kroatische, rote Kiesbett ohne Kies geworfen. Und mit etwas Abstand betrachtet... dieser verdammte rote Staub ist ü-ber-all! Wolfi mit seiner RC8 in der Zelt-Wagenburg. dinki-winki :-) Jaja, Italien ist anders. Besonders was die Spritpreise betrifft. Da soll bei uns noch einmal einer jammern. Dazu kommt, dass Mugello nicht gerade ein Kurs zum Spritsparen ist. Da ist massig VOLLgas gefragt.

p1010062 p1010069 p1010076
So sieht ein Stiefel aus, wenn es aus dem geklebten Kupplungsdeckel schwitzt. Eigentlich müsste ich dem Hersteller des 2-K Knetmetalles, welches als hochtemperaturfest angepriesen wird, eine reinwürgen. Und Ölfest... haha, dass ich nicht lache. Jedenfalls rechtzeitig bemerkt, ohne dass was auf Reifen oder gar Strecke kam. Zum Glück konnte mir Theo Winkler von Suzuki Austria einen Kupplungsdeckel (und Lenkerstummel) von Wien nach Mugello mitnehmen, dafür werde ich ihm wohl noch sehr lange dankbar sein. Danke Theo! Das ist wohl das Einzige, wofür dieses Akrapovic-Gelumpe gut ist. Titandreck, einfach an der Halterung abgerissen, ohne Bodenkontakt oder ähnliches. Eines steht für mich fest: Nie wieder Akrapovic, schon garnicht in Titan. Das haben die wohl so scheints nicht im Griff. Doppel-R beim Tauschen des Kupplungsdeckels. Mittlerweile hab ich da schon ein gewisses Maß an Routine entwickelt. Leider. Etwas ungeschickt meine Sitzposition, wenn man bedenkt, dass wir an diesem Tag nahezu 40 Grad im Schatten hatten.

p1010082 p1010106 p1010112
Wolfi '#13, diesmal mit Null in der Mitte. Vorderradständer im weichen Fahrerlagerasphalt versunken. Mit kaltem Wasser gekühlt konnte ein weiteres Versinken des Ständers vermieden werden. Da kann man sich vorstellen, welche Temperaturen wir untertags hatten, vor allem in der Mittagssonne. Mugellotypisch das Anstellen vor dem Rausfahren. Das kenn ich so nur von dieser Rennstrecke. Ebenso wie die Tatsache, dass kein Rennen mit stehendem Start durchgeführt wird. Gewöhnungsbedürftig und teilweise auch ärgerlich, aber ist für alle gleich.

p1010138 p1010153 p1010165
Sushi 666 und /me nimmt das erste Drittel der über einen Kilometer langen Geraden unter die Räder. Leider war die gsx-r viel zu kurz übersetzt und so musste ich am Ende der Geraden entweder vorzeitig vom Gas gehen oder ich fuhr die letzten hundert Meter im Begrenzer herum. Schön zu sehen die tolle Tribüne. Bei diesen Temperaturen war es eigentlich nur mit Kappe und ohne Gewand auszuhalten. Alternativ auch mit nassem Handtuch am Kopf oder im klimatisierten Hotelzimmer. Auf der Strecke gings mit ausreichend Fahrtwind dann auch wieder, auch wenn das Motorrad gerne mit Kühlwassertemperaturen von über 100 Grad auch schon zu schwitzen begann. Ein kühles Bier tut gut bei der Betrachtung der gerade aufgenommenen Videos. Leider sind die Videos immer so grauenhaft objektiv. Gefühlt ist man immer wie ein Weltmeister unterwegs, wenn man sich dann die Videos ansieht... naja, geht ja hoffentlich nicht nur mir so. *g*

p1010169 p1010183 p1010190
Wolfi '#13 nimmt Platz im Transporter, denn wir haben in Scarperia -vis a vis unseres Hotels- einen Tisch für uns reserviert, da ich gerne mit Istvan, Wolfi und meiner lieben Kati meinen Geburtstag feiern wollte, was wir dann auch ausgiebig getan haben. Leider -oder zum Glück- haben es die Bilder noch nicht bis zu mir geschafft. Geil wars und wir durften eine sehr nette Bekannte vom Fenati kennenlernen, die auch dort feierte. Istvan '#40 und Wolfi '#13 nehmen Platz im Bus. Mit offener Schiebetüre (darum auch die Gurte) ging es raus aus dem Fahrerlager durch Scarperia bis zum Hotel. Leider haben wir vergessen, die Gopro als versteckte Kamera hinten zu montieren, das wäre wohl eine eigene Seite wert gewesen. So bleibt mir einfach nur die Erinnerung. Eigentlich wollten wir ja im Sponsoroutfit am Grid stehen, aber erstens gabs keinen Grid in Mugello und zweitens kein Sponsoroutfit, da leider nicht rechtzeitig lieferbar. So hatte ich aber tatsächlich bei 40°Grad im Schatten mit meiner lieben Frau das einzige Gridgirl mit Sonnenschirm. Hat mich ein wenig gewundert, dass da nicht mehrere draufgekommen sind, denn wir standen relativ lange dort in der Sonne herum.

p1010425 p1010443 pubi1
Wolfi und Istvan auf ihren RC8en am Weg zur Startaufstellung in der Boxengasse. Bei dieser Veranstaltung waren sie mit ihren KTMs regelrecht echte Exoten. Hier sieht man die abgebrochene Halterung am Akrapovicdreck. Der Kupferdraht dient zur Sicherung, damit da nix passieren kann, eigentlich hält das Stück Titanrohr (mehr ist das nicht) auch an der Schelle schon ausreichend gut. Dass diese Haltelasche aus Titan ist, ist echt blöd, weil mit reparieren ist es nahezu Essig, wenn es kein wirtschaftlicher Totalschaden werden soll. Das ist eines meiner absoluten Lieblingsbilder. Das hat der Pubi wirklich gut gemacht. Hat selbst bei meiner Herumschleicherei eine gewisse Dynamik und zaubert mir immer ein Lächeln ins Gesicht.

pubi2 pubi3 pubi4
Schade, dass Uvex die Produktion der Motorradhelme eingestellt hat, die hatten durchaus echt gute Produkte am Start. Wie meinen neuen, superleichten Carbon-Helm, der überraschend angenehm zu fahren ist. Im Vergleich zu meinem Suomy spürbar leichter, dafür die Belüftung etwas schlechter. Aber Preis/Leistung unschlagbar. Linksrum hatte ich noch mit meinem Trauma zu kämpfen, da ich eine Woche vorher in Rijeka in einer Links übers Vorderrad abgestiegen bin, daher gibt es einerseits nicht wirklich gute Fotos und genauso verhielt es sich mit den Rundenzeiten. Dafür kommen meine neuen Startnummernaufkleber ganz gut zur Geltung. *g* Ein weiteres, gutes Bild von sport-fotografie.de. :-)


kapper.net