Doppel-R bei der Suzuki GSX-R Challenge in Most


Mit einer leichten Gehirnerschütterung erst später am Donnerstag aufgestanden (so ein hinterhältiger Betonpfeiler ist mir an den Kopf gesprungen) und erst mal versucht, Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit in den Griff zu bekommen, was meinen Plan, schon am Vormittag gen Most zu fahren, ein wenig zerstört hat. Also gemütlich meine liebe Frau, die leider nicht mitfahren konnte, in die Arbeit chauffiert und dann ohne Stress die GSX-R und das ganze Zeug in den Bus geladen. Um 12:00 Uhr bin ich dann von Wien in Richtung Tschechien aufgebrochen, wobei ich mir ein moderateres Reisetempo vorgenommen habe, weil erstens der Bus noch in der Einfahrphase ist und ich nicht unnötig Diesel verbraten möchte. Zeit ist ja genug.
Vor der Grenze dann das übliche Spiel mit Vignette kaufen, wobei mir bei den verlangten 17 Euro für 10 Tage kurzzeitig die gsx-r challenge Luft weggeblieben ist, das hatte ich irgendwie anders in Erinnerung und so verlasse ich diese Tankstelle und fahre ohne Vignette weiter in Richtung Brünn, ist ja noch Bundesstrasse. Zwei Tankstellen und eine Wechselstube weiter, nachdem ich nun schon drei oder vier unterschiedliche Preise für das Autobahnpickerl genannt bekam, kaufte ich einfach bei der nächstbesten Tankstelle so ein Ding. Dort wars zum Standardkurs zu kaufen, was aber leider nur für die mit Kronen bezahlenden Kunden gilt. Ich wurde natürlich wieder kräftig beschissen, aber was solls, jetzt bleib ich nimmer stehen und hab halt die 16 Euro für 10 Tage abgelegt. Dafür fahr ich halt hundert Kilometer um 10 km/h langsamer, das spart das wieder ein. Apropos fahren... Der Fahrstil der Tschechen auf der Autobahn ist irgendwie äusserst gewöhnungsbedürftig. Entweder kleben sie einem bei 130 bis auf ein paar Zentimeter am Heck und wenn Du sie dann vorbei lässt, fahren sie mit genau der gleichen Gschwindigkeit weiter oder sie ziehen bei einem vorbei nur um dann wieder langsamer zu werden. Da kann man mit so einer müden 90PS-Gurke wie meiner doch recht säuerlich werden. Vor jeder Steigung zieht so ein Schwachmat raus und zwingt einem zum Bremsen nur um dann an der Steigung doch wieder Gas zu geben. Hauptsache den blöden Transporter ausgebremst, ne? *vogelzeig* Ja, und auf der Autobahn bei Prag dann ein Hundepärchen, das gaaaaanz gemütlich über die mehrspurige Autobahn spaziert, und als ich auf Dauerhupen gestellt hab, gerade nicht noch die Zunge gezeigt hat. Diese Ruhe möchte ich auch haben, wenn zwei Tonnen mit quietschenden Reifen auf mich zukommen.
Nach der Prager Rüttelplatte und gut drei Stunden Fahrzeit ist das Ziel in Sicht. Zumindest sagen das meine beiden Navis. Denn das eine TomTom ist schon recht alt und schickt mich bei neuen Autobahnen schon gern mal in die Leitplanken, also hab ich mir die neueste Karte fürs Eierfon organisiert und das ab und zu mal parallel laufen lassen. Das war gut so, denn so ca. 60 km vor dem Ziel waren sich die beiden Navigationssysteme ziemlich uneinig. Vorab muss ich sagen, dass ich bei beiden Geräten die gleichen Koordinaten -von der Homepage der Strecke- als Ziel eingegeben habe. Also was tun, die Entscheidung muss schnell fallen. Im Zweifel natürlich für die neue Software entschieden, was sich auch als echt tolle Entscheidung herausgestellt hat. Ich habe wunderbare Schleichwege und geiles Winkelwerk kennen gelernt, bin auf- und ab und links und rechts auf einer 1,5m breiten "Strasse" durch dichteste Wälder gefahren, wo einem das im Vergleich dazu letzte Stück zum Pannoniaring direkt als moderne Autobahn in den Sinn kommt. Nur mehr ein paar Kilometer durch sehr verlassene Dörfer immer links rum und vorbei an ziemlich heruntergekommenen Bauernhöfen und Häusern. Dann, mitten auf einer ewig langen Geraden, links ein riesiges Feld, rechts ein riesiges Feld tönt "Sie haben ihr Ziel erreicht" aus dem Navi. Aha, fein. Heike hat immer was von einer Burg gelabert, aber diese Holzbarracke da am Hügel kann sie ja nicht gemeint haben, und ich seh irgenwie nichts, was auf eine Rennstrecke hindeuten würde. Auch der Ortsname "Racetice" kann nur mit viel Phantasie auf eine Rennstrecke hindeuten, also einen Versuch gewagt und das alte Navi angeschmissen. "Biegen sie links ab" und eine Vorhersage von 50 Kilometer bis zum Ziel. *ahrgl* Ich habs mir noch gedacht, als ich die Kraftwerke von weitem sah und ich mich aber immer mehr davon entfernt hab, aber das Navi wird schon recht haben. Na jedenfalls hab ich die überteuerte Vignette eben nicht eingespart und mein Vorsatz, sparsam und etwas langsamer zu fahren war auch für die Katz'. So komm ich halt mit einer Fahrzeit von doch 5 statt unter 4 Stunden an der Rennstrecke an und werde nicht eingelassen, da erst ab 19:00 ins Fahrerlager eingelassen wird. Aber da erscheint auch schon der Wolfi und stellt mich seiner lieben Frau vor und wir campen halt ausserhalb der Rennstrecke mit den restlichen, immer mehr werdenden Transportern und Hängergespannen auf dem Parkplatz, bis endlich das erste Rennen der Veranstaltung gestartet wurde. Nämlich, wer mit seinem Gespann oder Transporter als erster im Fahrerlager ist um die besten Plätze zu erhaschen. Ich war ja noch nie in Most, daher fand ich das irgendwie lächerlich, aber ganz so blöd war das schon nicht. Aber egal, wir sind drin, pflanzen uns vor Box 30 und haben uns diese auch von den Pezibären zuteilen lassen.
Wir beginnen mit dem Ausladen und machen es uns in der Box gemütlich, wobei das nicht wörtlich zu nehmen ist, denn Transporter beladen die Zustände, die dort als Box tituliert werden sind näher an einer Frechheit als an einer Box. Aber das ist ja für fast alle gleich. Heike und Frank treffen ein, stellen das Zelt bei uns auf, weitere Boxenkollegen beginnen sich einzuquartieren und nachdem ordentlich getratscht war und wir von Grillgrossmeister Istvan mit feiner Speis versorgt waren, ging das Fahrerlager zu Bett. Das ganze Fahrerlager? Nein! Ein kleiner Haufen widerspenstiger Rennfahrer leistet immer noch erbitterten Widerstand. Und so leistete ich Wolfi und Frank bis ca. *flüster* 3:30 Uhr Gesellschaft, um mich dann doch noch in die noch aufzublasende Matratze im Bus zu verabschieden. Gute Nacht.
Freitag morgen. Die Welt geht unter. Oder halt nein, da prügelt wer auf den Bus ein. Es war Heike, die energisch und ohne Rücksicht auf Verletzte nach dem Boxenschlüssel fragte. Klar hab ich den, der muss da irgendwo sein, da hast Du und bye. Türe wieder zu und konzentriert nachdenken, ob das jetzt ein Traum oder die Realität ist. Mist, ich bin auf der Rennstrecke und sollte fahren. Eine neue Strecke, ich etwas müde und naja, noch immer leichte Kopfschmerzen. Aber die sind sicher noch von der leichten Gehirnerschütterung, wir erinnern uns. Also aufgestanden, nichts anmerken lassen, Kaffee getrunken und mal frisch gemacht. Ein paar sind schon unterwegs, auch ich muss raus. Frank schläft noch.
Heike hat ihren ersten Turn erledigt, ich zieh mir mein altes, zweiteiliges Leder an, da ich mir das mit dem Einteiler für die Herumschwuchtlerei nicht antun möchte und mach mir mit Heike aus, dass sie mir mal die Strecke zeigen soll. Wolle ihr halt eine Freude machen. So richten wir uns halt fürs Rausfahren her, Heike fährt voraus, ich hinterher. Beim Rausfahren aus der Boxengasse noch schön nach hinten geschaut, ob eh kein Schnellerer kommt, schnell noch den Laptimer gedrückt und schon liegt die Suzuki unter mir und ich bin mit rechtem Knie auf und linkem Knie hinter dem Motorrad, während ich den Gasgriff noch in der rechten Hand halte und die Linke sich irgendwie -wohl mit dem Handschuh- an Heikes Motorrad befindet. So rutsche ich eben links Heike und rechts das liegende Motorrad in der Hand in Richtung Kiesbett, während Heike so neben mir her fährt. Verdammter Scheiss, WAS ist denn da jetzt passiert!? Klar, da gehts net grad aus, sondern nach der Boxenausfahrt scharf rechts rum, was Heike Marquez auch ohnen Rücksicht auf Verluste gemacht hat, nämlich nach rechts ziehen... dort wo sie auch hingehört. Jetzt Scherz ohne, das Ding gehört voll mir. Genau DAS passiert, wovor ich am meisten Angst hab, nämlich abgeräumt zu werden oder gar es zu tun. Zum Glück alles recht langsam gewesen, aber ein Wahnsinn, da schaff ich nicht mal eine einzige Kurve an einer Dreitagesveranstaltung. Ich knie also da im Kiesbett vor meiner Suzl, Heike steht daneben, ein Streckenposten hilft mir aufheben (Mann, ist die fett, die Suzi) und nach einer kurzen Sichtprüfung schieben wir das Ding in die alte Schikane und da ich keinen grösseren Schaden vermutete und erkennen konnte, halt angestartet und die ganze Strecke rum in die Box. Dort viele fragende Gesichter und natürlich Hohn und Spott. Nona. Leider stellte sich dann der Schaden doch als etwas grösser als vermutet heraus. Nämlich Lichtmaschinendeckel gebrochen, dadurch Ölverlust. Hat aber nach dem Sturz direkt nicht geölt, darauf hat auch der Streckenposten geschaut, sonst hätt er mich nicht wieder fahren lassen. Windschild gebrochen, Verkleidung kleinere Schäden und die Ständeraufnahme an der Schwinge abgebrochen. Aber DAS war klar, dass der Dreck brechen wird, wie man sich sowas einfallen lassen kann, denke ich mir schon die ganze Zeit. Frank schläft noch.
So, da steh ich nun ich armer Tor und bin noch ratloser als zuvor. Was tun? Ich hab Knetmetall mit, ob es damit wohl geht? Es ist auch der Sohn eines Motorradhändlers bei uns in der Box, der bei seinem Vater angefragt hat, ob er sowas lagernd hat, aber nein, leider. So wie es aussieht, schaut es scheisse aus. Dann ein verwegener Gedanke. Wer auch immer den hatte, ich weiss es nimmer, aber ich fand ihn lustig, denn ich musste sofort an KTM denken. "Frag doch mal vorne bei Suzuki, ob die sowas dabei haben." Trotz meiner verzweifelten Lage musste ich lachen, aber ging dann trotzdem vor zu Theo und klagte ihm mein Leid. Er machte ein leicht angestrengtes Gesicht aber sagte "schauma moi, wennst a Glück host, daun hob i sowos dabei. A k9 host gsogt?" und fuchtelte und wühlte in seinen Kisten und Unterlagen und schüttelte den Kopf und sagte "hobs fost net glaubt, owa schau, des kennt passn". Lichtmaschinendeckel offen WAS!? Echt? Da hat der doch glatt einen Lichtmaschinendeckel als Originalersatzteil mit und drückt es mir in die Hand. Ich soll mal schaun, obs passt, Dichtung hatter leider keine, aber wenns passt, wärs ja schon mal gut. Und was soll ich sagen!? Es hat gepasst. Wolfi hilft mir mit hochtemperaturfestem Silikon aus, ich montiert das Ding und fülle 200ccm vom Motul V300 Zuckerlwasser nach. *wihihihi* und die K9 läuft wieder. Ich hab Freude und klebe das komplett gebrochenen Windschild notdürftig ab und bekomme noch den Hinweis, doch auch mal nach einem Windschild zu fragen, vielleicht hätt ja der Edgar eines da. Also das wär ja schon nahezu unglaublich, also vor zu den Pezibären. Wir in Box 30 und Edgar in 1. Das ist schon ein fetter Marsch und ich bin etwas skeptisch, aber dann kam ein "jo, i glaub, do hob i sogoa ans do, weil da James hat des falsche gekriegt, woat amoi" und drückt mir ein MRA-Windschild in die Hand. Scheissmichan. Bei KTM wär das Ding gelaufen gewesen, mein Tag ist quasi gerettet. Ausser, dass ich das Regenreifenbudget eben für meinen Idioten-Stunt aufgebraucht habe. Aber was solls, wird schon net regnen. Hauptsache, der Gixxer fährt wieder. Und Frank schläft.
Transponder hab ich mir am Freitag gar keinen geholt, ich hab ja meinen Laptimer und ausserdem wäre es sowieso peinlich gewesen. Ich hab versucht, die Strecke zu behirnen, gelang mir aber an diesem Tag irgendwie nicht. Ich war nicht konzentriert und wenn ich mich versucht hab, bei einem anzuhängen, dann ist er mir einfach auf und davon gefahren. Egal wo, selbst auf der Geraden. Irgendwie wars einfach zum Vergessen. Aber auch selbst schuld. Eh klar. Als ich dann endlich mental und physisch so weit war, noch ein paar Runden zu drehen, war die Strecke auch schon nass. Ach, dann drauf gepfiffen, kam eh grad mal so unter zwei Minuten, das ist ja geradezu erbärmlich. Keine Ahnung, was man da so beim ersten Mal fahren sollte, aber keinesfalls an die zwei Minuten, das war klar. Ich gebe also den Tag als abzuhaken auf und schäle mich aus dem Leder, lehne alle Einladungen auf Bier und Co. dankend ab und lass mich noch ein wenig verarschen, während Istvan wieder den Griller auf Temperatur bringt. Die Stimmung wird besser, auch Wolfi fühlt sich mittlerweile etwas fitter und wir beginnen mit dem Abendessen. Und Frank, der... tja, der lebt! Guten Morgeeeen! *kicher* Frank hat zwar durch Extremschlafing die physischen Schäden verringern können, aber mit dem Zorn seiner Göttin hat er natürlich nicht gerechnet. Ohohoooo, da wollten wir nicht mit ihm tauschen. Nein, wollten wir nicht. Aber gut, er muss ja gewusst haben, worauf er sich da einlässt, denke ich.
Samstag morgens bin ich zeitiger raus, damit ich rechtzeitig fertig bin um das fehlende Training vom Freitag nachzuholen und um noch rechtzeitig vor dem Motul-Rennen ein paar Runden abzuspulen. Nach dem Frühstück gleich mal raus auf die Strecke, wobei an eine freie Runde nicht wirklich zu denken war, aber es musste ja ohnehin noch an der Linie gefeilt werden und so fuhr ich halt nur bestimmte Sektionen mit Druck um mich dann wieder zurückfallen zu lassen. Ein paar Runden später hatte ich dann 54er und 53er Zeiten am Monitor, was mich zwar noch immer nicht wirklich fröhlich stimmte, aber immerhin einen Weg in die richtige Richtung bedeutete. Trotzdem komm ich mit der Strecke nicht wirklich klar. Also zum Beispiel die Schikane nach der Geraden ist für mich ein Krampf. So fahre ich sie auch, total verkrampft. Ich bin nahezu immer zu rüh auf der Bremse, so dass ich teilweise sogar wieder komplett aufmachen muss, um nicht viel zu langsam zu werden. Die erste Rechts geht ja noch, die fahre ich gefühlt ganz gut, aber dann das schnelle Umlegen in die Links ist echt mühsam. Dauernd das Gefühl, dass das Vorderrad einklappt und dann ist da noch genau auf der Ideallinie eine gebundene Ölspur, die aber deutlich zu sehen ist und daher auch ordentlich bremst. Am Ausgang habe ich zwar immer den zweiten Gang drinnen, aber komme immer um gut 1000 Umdrehungen zu langsam aus dem Eck, so dass es dort nicht merklich vorwärts geht, das sieht bei den Anderen deutlich zügiger aus und da verliere ich gut Meter. Dann die folgende lange, sauschnelle Links. Die macht mich krank. Dort sind Bodenwellen, ich muss da immer am Gasgriff würgen, weil der elend lange Hub es einem schwer macht, Vollgas zu geben, das ermüdet. Die folgende Kombination aus Curb, Links, Rechts, Curb, enge Rechts erwische ich eigentlich mittlerweile ganz passabel um dann im folgenden, weiteren Verlauf wieder abzukacken. Besonders in der ersten Rechts nach der engen "Spitzkehre", die bremse ich immer an, weil es mir einfach nicht in den Kopf will, dort länger stehen zu lassen bzw. einfach nur leicht das Gas zu lupfen, denn theoretisch muss das ja gehen. Die folgenden Links, Rechts, Links, Rechts nehm ich meiner Meinung auch ganz gut, wobei es mir in der ersten Links sogar schon "gelungen" ist, mit dem Ellbogen zu schleifen. Natürlich kein Fotograf weit und breit. Und dann kommt diese schnelle Linkskombination, die mir anfänglich auch massiv Probleme bereitet hat, weil meine Eier da einfach zu klein zu sein scheinen. Ich hab einfach Hemmungen, dort voll rein zu halten und lasse dort deutlich was liegen. Tja, und dann diese beiden, ruppigen, buckligen und unguten Rechts auf die Zielgerade. So ein Dreck, sowas von nervig. Wenn die Strecke schönen Belag hätte, könnte sie mir fast gefallen, aber so hab ich echt Probleme und so fahr ich natürlich auch.
Wie auch immer, ich habe den festen Vorsatz, noch ein oder zwei Sekunden zu finden, damit ich in Richtung 1:50 komme, das sollte schon drin sein. Dann bin ich nicht ganz so weit hinten in der Zeitenliste und fürs erste Mal auf der Strecke könnte ich damit leben. Auf gehts ins Qualifying fürs Rennen zur Motul-Challenge. Hab gleich einen gefunden, mit dem ich ein paar Runden fahren konnte, so stellten sich 54,52,51 und 50er Runden ein, was mich durchaus zufrieden gestimmt hat. In der Startaufstellung zwar nicht gerade berauschend gut, aber immerhin ein paar Fahrer hinter mir gelassen. Fein. Was jedoch absolut nicht fein war, ist das Wetter. Natürlich begann es zu tröpfeln und je näher wir zum Rennen kamen, desto unklarer wurden die Wetterverhältnisse. So wurde das 600er-Rennen dann nach hinten verschoben, jedoch das 750er als Wet-Race zum geplanten Zeitpunkt gestartet. Für mich war klar, dass ich da mit den Slicks nicht wirklich was reissen werde, also habe ich es leicht geknickt als Zuseher verfolgt. Wir erinnern uns, mein Regenreifenbudget Tribüne Autodrom Most ist ja durch die (Kies-)Bettgeschichte mit Coke aufgegangen. Apropos Coke. Coke, also Heike, hat sich ja statt Frank, der wegen Freitag von Heike Fahrverbot hatte, fürs Rennen angemeldet und sich die Regenreifen auf die 750er montiert. Voll motiviert und voller Euphorie ging sie an den Start. Wir waren wohl alle genauso nervös. Ihr erstes Regenrennen. Im Freudentaumel über die permanente Zeitenverbesserungen an diesem Wochenende jedoch voll motiviert. Und es geht los. Vorstart. Die Strecke trocknet teilweise schon auf, aber ist stellenweise echt noch nass, aber es regnet nicht mehr. Eigentlich ideale Bedingungen um zu testen, was mit Regengummis so geht. Und wie es aussieht, tut Heike genau das. Dann der echte Start. *braoaaaaar* schiessen die Teilnehmer auf die Schikane zu und alle bleiben sitzen. Puh, das ist mal gut gegangen. Und dann passierte es. Heike kam eindeutig nicht als Letzte aus der ersten Runde zurück. Und auch nicht aus der zweiten und auch nicht aus der dritten... Im Gegenteil, die legte ein Tempo vor, dass die drei Ducatis und eine GSX-R leider nur sehr deutlich das Nachsehen hatten. Sie nahm dann den Burschen durchaus 1-2 Sekunden pro Runde ab, was für uns echt spannend mitanzusehen war, vor allem, als in der letzten Runde und der letzten Kurve es leider noch einen Ausfall gab. Zum Glück war es nicht die Corona-GSX-R sondern eine andere, leider in diesem Fall die vom Tom Wöger, der somit seinen 5. Platz an Heike übergab was bei uns natürlich für helle Freude sorgte. Tom ist zum Glück nix passiert, darum kann man das ja sagen. Heike wurde mit Applaus von ihrer Box empfangen und man sah ihr die Freude schon durch den Helm an. Gückwunsch nochmals zu diesem Erfolg, ich kenne das Gefühl, wenn man ganz unerwartet plöztlich den ersten Pokal vor Augen hat. Vergisst man nicht. :-)
Ich hab dann nach den Rennen nochmals versucht, ein paar Runden zu drehen, hab das dann aber wegen sportlicher Wertlosigkeit abgebrochen, denn das was da draussen los war, war schon nimmer lustig. Ich finde das gruppenlose Freifahren ja schon ganz nett, das hat echt was und ich möchte es nicht missen, aber es wäre halt recht lässig, wenn es einen gewissen MINDESTstandard für die Teilnehmer gäbe. Ich weiss, schwer durchzusetzen und irgendwie grosskotzig, aber wenn man Leute in drei Runden zweimal überholt, dann wirds nicht nur mühsam sondern auch manchmal recht brenzlig. Also den Tag abgeschlossen und mit Heike weiter gefreut. Wie üblich wurde feines Fleisch auf den Grill geworfen, unsere Partie sass gemütlich zusammen, dabei möchte auch die beiden absolut sympathischen "Ossis" (ihr wisst, wie ich das meine) Angelika und Martin hervorheben, die wir mittlerweile sogar sprachlich schon beginnen zu verstehen. Und das ist gut, denn sie haben viele nette Geschichten auf Lager, die auch mit Freude erzählt und angehört wurden. Auch Ida, das muss mal gesagt werden, ist eine echte Bereicherung unserer Partie. Schade, dass mein Schatz diesmal nicht dabei sein konnte. Jedenfalls war es ein netter Abend, der auch noch dadurch zu einem besonderen wurde, weil Istvan seinen TV aus dem Wohnwagen beim Fenster drehte und wir somit zum Mittelpunkt des Fahrerlagers wurden, als Deutschland:Portugal übertragen wurde. Das war auch sehr unterhaltsam, besonders für uns Ösis, die sich an den deutschen Fans und deren Kommentaren und Emotionen erfreuen konnten. Anfänglich etwas beängstigend bekam die Situation dann durchaus auch -eventuell durch den erhöhten Bierkonsum auf allen Seiten- ein wenig kabarettistische Seiten. Es war durchaus erheiternd und auch als Nichtfussballfan war es mir nicht möglich, mich vor dem Schlusspfiff vom Sessel zu erheben. Danke dafür, war wirklich unterhaltsam.
Auch diesen Abend beschliessen wir etwas früher zu beenden, wobei jedoch noch Andy und Tom von racer4kids.at einen Sprung bei uns vorbei schauen, um mit Heike auf deren Erfolg anzustossen. So geht der Kelch gefüllt mit diesem Vuglbeer-Likör im Kreis, jeder nippt mehr oder weniger dran und so war der Pokal dann auch eingeweiht und den Abend konnten wir nach noch ein bissl Benzingespräch gemütlich und gut gelaunt nicht all zu spät beenden. Morgen ist ja Sonntag und schliesslich sind da die Rennen. Blick auf unsere Box Bin auch schön brav zeitiger aufgestanden, da ich schliesslich mit Bridgestone Reifen fahren also Reifen umziehen muss, da die K1-Hinterradfelge nicht und nicht in die K9-Schwinge passen will. Aber ich muss ja eh mit den Dingern zurecht kommen, mal schaun, wie es wird. Gleich als allererster beim Reifendienst angestellt, SC2 runter, R10 drauf, schnell wieder retour in die Box und die Felgen ins Fahrgestell hängen. Andy Fichtenbauer kommt vorbei und gibt Tips bezüglich Fahrwerksabstimmung mit R10, die werden natürlich sofort umgesetzt und jetzt müssen nurmehr die Gummis warm werden. Meine Reifenwärmer heizen etwas gemächlicher, was aber nicht so ein gravierendes Problem darstellt, wie das Gegenteil, davon kann Frank ein Lied singen, denn dessen Reifenwärmer sind ganz gepflegt abgebrannt, als ich direkt daneben stand. Einfach mal kurz aufgeraucht, gestunken wie angezündetes Zigarettenpapier, aber zum Glück ist dem Reifen nix passiert. Also lieber etwas zuwenig als zuviel Heizleistung. Aber bei mir stehen schon die neuen Reifenwärmer von Racefoxx, gesponsort von www.moto-racing.de in den Startlöchern um beim nächsten Termin ausprobiert zu werden.
Jou, also Reifen sind warm, es geht raus auf die Strecke. Wettermässig sieht es eher unbeständig aus, also nicht Fisch und nicht Fleisch, aber vorerst mal trocken. Nach drei Runden wird abgebrochen, dann gehts gleich wieder raus. Die neuen R10 fühlen garnicht mal so schlecht an. Ich nehme noch die Zugstufe etwas raus dafür gibts etwas mehr Druckstufe und nochmals drei Runden. Keine wirklich guten Zeiten, alles über 1:52 aber da bin ich sehr verhalten gefahren. Um 10:00 gehts dann raus ins Quali für das Suzuki/Bridgestone-Rennen, wo ich einfach nur drei flottere Runden drehe, die reichen mir, da ich drei 50er Runden hintereinander gefahren bin, das dürfte mal für einen Startplatz irgendwo im Mittelfeld reichen. Gut. Heike und Frank verabschieden sich inzwischen, leider fahren sie am Sonntag nicht mehr, sie müssen noch ein paar hundert Kilometer in Richtung Arbeitsort fahren und am Montag wieder arbeiten. Verständlich. Also bis zum nächsten Mal, das wird voraussichtlich in Brünn sein. Freu mich schon. *winke* Ich fahr dann vor dem Rennen noch mal kurz raus, aber gleich wieder rein, weil glaub ich wieder ein Abbruch war. Gab durchaus ein paar Stürze bei der Veranstaltung, aber soweit ich mitbekommen habe, sind alle relativ harmlos ausgegangen.
Und dann kam das Rennen. Ich glaube, von Startplatz 15 ins Rennen gegangen, erwische ich einen relativ guten Start und kann einige Plätze bis zur Schikane gut machen, wobei ich mich dann in der Links etwas weit nach rechts abdrängen lasse und mich so auf der schlechteren Linie befand und sich ein paar wieder ihren Platz zurückholen konnten. Die folgende, schnelle Links nehm ich sehr zögerlich, da links und rechts von mir noch weitere Fahrer sind, und da halt einfach zurückstecke. Schwach, ich weiss, aber ich will einfach jedem Gerangel wenn möglich aus dem Weg gehen. Und so verliere ich von den gewonnen Plätzen eben wieder ein oder zwei und die erste Runde sortiert sich das Feld ein wenig und ich bin auf Platz 9. Auf Startziel nach der ersten Runde dann einer links und einer rechts neben mir. Dass das etwas enger wird, war mir klar, also etwas früher vom Gas, die beiden halten drauf (wie im Joe Bar Comic *g*) und erwischen beide prompt die Schikane nicht. Einer muss gerade aus weiter, der zweite dürfte es mit verkackter Linie noch geschafft haben. Jedenfalls reiht sich der Kollege, der die Schikane abgekürzt hat, deutlich vor uns wieder ein und so geht es weiter. Langsam aber stetig zieht mir das Feld davon, ich kann nur schwer folgen. Es macht sich halt bemerkbar, dass ich sehr wenig gefahren bin und noch dazu das erste Mal auf dieser Rennstrecke zu Gast bin. Aber aufgeben tut man maximal einen Brief. So fahre ich das Rennen grossteils alleine weiter bis ich dann als Gesamt 14. ins Ziel komme. Durch das Abkürzen bekommt Guido eine Zeitstrafe von 10 Sekunden, was mich dann auch einen Platz weiter nach vorne spult und so bin ich dann 4. in der Wertung der 750er Klasse. Theoretisch wäre da sogar ein Pokal drinnen gewesen, aber diesmal gabs anscheinend nur bis zum 3. einen solchen, aber gut, soll so sein.
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen, und so geht es nach der Mittagspause in die Vorbereitung zum 15 Runden Rennen des Motorradmagazin-Cups. Irgendwo ganz weit hinten, da bei Platz 25 stehe ich in der Startaufstellung. Das Wetter dürfte halten, auch wenn es ab und zu ganz leicht tröpfelt. Aber das ist wirklich harmlos. Auf das 15-Runden Rennen freu ich mich schon die ganze Zeit. Vorher wieder etwas die Druckstufe ein wenig weiter zu gedreht, damit evenutell das Schlingern und Wackeln etwas besser in den Griff zu bekommen ist. Schnell noch die Kamera montiert (die natüüüürlich nix aufgenommen hat, grummel) und raus auf die Strecke. Vorstart gut, macht Lust auf mehr. Leute, fahrt die Einführungsrunde schneller, das Wetter schaut recht unbeständig aus. Dann der Rennstart. Auch diesen erwische ich sehr gut, mache einige Plätze gut, gehe das Rennen aber relativ entspannt an, schliesslich sind es ja 15 Runden und nicht bloss 7 oder 8. Doppel-R auf Suzuki GSX-R 750 K9 Es geht ganz gut zu fahren, macht immer mehr Spass, werde auch nicht wirklich durchgereicht, sondern kann gut mithalten und bin recht entspannt unterwegs. Bei Runde 8 schau ich auf die Tafel und freue mich, dass es noch weiter geht. In Runde 14 werde ich bei Gelb (ich bin auf einen Fahrer aufgelaufen und habe nicht überholt) mit derartig Überschuss überholt, dass ich mich regelrecht geschreckt habe. Damit rechnet ja wohl keiner, dass unter Gelb mit voller Kanne vorbeigestochen wird. Der erste war ein Überrundender Lizenzler, der zweite war Guido, der dann aber nach dem Rennen sagte, dass es keine Absicht war. Während des Rennens jedoch war ich ziemlich angesäuert und hab echt gefightet, um mir den Platz wieder auf der Strecke zurück zu holen, was mir auch gelang. Das war mein Highlight in dem Rennen. Leider ist der führende Lizenz-Gerry aber in der 14. Runde vor Ziel an mir vorbei, so dass ich als überrundet gelte und eine Runde weniger fahren kann. Schade. Noch dazu, weil er ja eh nicht gewertet wird. Dass ich in dieser Runde bei Gelb Gas rausgenommen habe, sieht man übrigens auch auf dem Zeitenmonitor, denn da sind glatt dreieinhalb Sekdunden mehr als in der vorigen Runde auf der Uhr. Vielleicht hätt ich aber auch einfach vorbeipressen sollen, bei dem langsameren Fahrer. Aber dann hat doch Gelb keinen Sinn, oder? Egal. Das Rennen war geil, ich bin auf Platz 4 in meiner Klasse und darf mir einen Pokal und eine Siegerprämie für den dritten der gemeldeten Cup-Fahrer in meiner Klasse holen. Das macht echt Laune. Tja, Siegerfotos dürfte es keine geben, denn der nette Profifotograf hat "technische Probleme" gehabt und so sind nur recht wenig Bilder was geworden. Meine CD die ich vorab schon bestellt und bezahlt hab, hätt ich mir eigentlich auch sparen können, aber gut, man lernt ja daraus.
Istvan und Wolfi fahren noch ein paar Runden, ich begnüge mich mit einem gefplegten Stiegl und lasse die Szenerie ein wenig auf mich wirken. Alles im Fahrerlager ist schon hektisch mit dem Einpacken und Verladen beschäftigt, ich will mir den Stress nicht antun. Nachem wir schon fast ganz alleine im Fahrerlager waren, begann es natürlich auch noch zu schiffen, wobei wir aber dann den Vorteil hatten, dass wir die Autos bis an die Box gefahren haben und dort im Trockenen verladen haben. Ausser Istvans Griller, der wurde nochmals aufgeheizt um ein gepflegtes Steak zu geniessen und nachdem auch das erledigt war, begab ich mich nach der Verabschiedung ganz gemütlich auf die Heimreise in Richtung Wien. Diese blieb zum Glück ziemlich ereignislos und wurde nur für kurze Zeit etwas spannender, als ich vergessen habe zu tanken und dann auch noch gut 100km die Warnleuchte ignoriert hab. Aber ich bin glücklich und zufrieden aber sehr müde @home angekommen, wo mein Schatz schon auf mich gewartet hat. Aaaaah, schön und jetzt im eigenen Bett schlafen.
Mein Fazit: Most ist eine komische Strecke. Eigentlich schaut sie recht einfach aus, finde ich persönlich aber garnicht. Anfänglich habe ich sie geradezu gehasst, aber je flotter man wird, desto schöner wird die Strecke zu fahren. Die Bodenwellen und der Absatz in der Zielkurve verlieren mit steigender Geschwindigkeit auch ihren Schrecken. Und rückwirkend betrachtet sind die 1:48,4 eine gute Basis um beim nächsten Mal in Most die 1:45 anzuvisieren. ;-)
Wie immer, war es bei "uns" in er Box und dem zugehörigen Fahrerlager sehr locker und lässig, freundlich und lustig. Wieder viele nette Leute kennen gelernt und ich freue mich schon, diese bald wieder zu sehen und mit ihnen ein paar Tage auf der Rennstrecke zu verbringen. Auch dem Veranstalter möchte ich auf diesem Wege mein Kompliment ausdrücken. Es ist so, wie ich es mir vorgestellt habe, nahezu keinerlei Grund zur Kritik (ausser bzgl. eurer Homepage und Rechenkünste *g*) und sehr familiär und trotzdem ziemlich professionell aufgezogen. Man versteht die Durchsagen, es liegen sofort immer die Zeitenlisten und Startaufstellungen auf, Theo von Suzuki Austria ist auch ein sehr lässiger, hilfsbereiter Typ, der mir diese Veranstaltung gerettet hat. Danke hierfür nochmals. Ich freue mich schon sehr auf Mugello!

Doppel-R, #666


kapper.net


PS: Video vom 2. Lauf zur GSX-R Challenge 2012:
Kein Video, dann klick --> hier.




abendstimmung andy_prost ankunft_ida_wolfi_me
Einfach nur Abendstimmung. Andy F. von racer4kids.at mit Heikes Pokal Ida, Wolfi und ich warten auf Einlass zur Rennstrecke

boxenanlage deutschland-portugal frank_helm_putzen
Ein Blick durchs Fahrerlager public viewing in Most. Deutschland vs. Portugal. Frank bei der Helmpflege.

frank_peace geli_martin_istvan gemuetlich
Ganz entspannt. Peace oder eher 'noch zwei'? Angelika, Martin und Istvan bei Tisch. Gemütliches Beisammensein im Fahrerlager.

grillmeister heike_fleckchen heike_heult
Istvan, unser Grillmeister am Gerät. Heike zeigt ihr kleines, blaues Fleckchen. Nein, nicht das an der Wade. Ich glaub, ich seh nicht recht. Muss ich das wegräumen!?

heike_stiegl heike_tom_pokal ida
Heike mit Stiegl. Man sieht ihr die Freude förmlich an. Tom und Heike mit ihrem allerersten Pokal. Wolfis Ida. Zum ersten aber hoffentlich nicht zum letzten Mal dabei.

istvan_curbs istvan_gut_drauf landschaft
Istvan voll über die Curbs. Nur ein lachender Istvan ist ein guter Istvan. ;-) Einfach so ein Bild von der Strecke.

martin most_start posten_12
:-) Start. Hier sieht man, wie ich deutlich Plätze gut machen konnte. Streckenpostenhäuschen Nummer 12

rr_boaah rr_jockey rr_most_links
Boah, gehts mir scheixxe. Wie ein Jockey beim Wechel von Links auf Rechts. Gefällt mir das Bild. Linksrum in Most.

rr_most_rechts schlaf_frankie_schlaf streckenposten_prost
Einmal rechts rum in Most. Leider gab es nicht viele gute Bilder. Schlaf, Frankie, schlaf. Einen ganzen Streckentag lang. :-) Bei diesem Bild wundern mich so manche Flaggensignale nimmer. *g*

tatort tom_prost videoanalyse
Hier ist es geschehen. Hier war ich mit Heike im (Kies-)Bett. Proooost Tom! Wolfi und Istvan bei der Videoanalyse im Wohnwagen.

wolfi_mit_rodn
Ein Roter geht immer, oder?


kapper.net