Doppel-R auf der Rennstrecke


1997 hab ich meinen Motorradführerschein gemacht und nach kurzem Stufenführerscheinintermezzo mit meiner kleinen ER-5 kam meine erste Ducati ins Haus. Gina, ein Monster M900. Neu, feuerrot, höllisch -wenngleich nicht unangenehm- laut und gefühlt dreimal so stark wie die kleine Kawa.
Zufälligerweise ergab es sich, dass ein Freund (Raoul, ebenfalls Monsterfahrer) auf einer Mailingliste zu einem Abstecher auf den damals noch komplett neuen Pannoniaring aufrief. Ein damaliger Arbeitskollege mit gelbem 900er Sport-Monster sowie ein paar weitere Typen begaben sich also auf eine Ausfahrt in Richtung Sarvar. Es war Ende September, es war kalt und wir mit unseren Strassenmotorrädern unterwegs. Am Ende des sehr ereignisreichen Tages, fuhren wir so wie wir gekommen waren mit unseren "Rennmotorrädern" wieder heim und erzählten uns noch monatelang gegenseitig von unseren Heldentaten. Das war schon ein sehr einschneidendes, schönes Erlebnis.

litfasssäule 1998 bis 2000 gabs noch den ein oder anderen spontanen Ausflug mit meiner Ducati 748 (La Bestia) auf die Rennstrecke, wobei das immer eher Ausfahrten auf einer Einbahnstrasse ohne Polizei waren, als echtes Rennfahren.

Im Jahr 2001 fuhr ich dann mit ein paar Freunden nach Rijeka, wo ich ein verlängertes Wochenende mit meiner damals neuen GSX-R 750 auf der Rennstrecke in Grobnik verbrachte. Als reiner Strassenfahrer war das schon ein echtes Erlebnis, als ich diese Fahrerlageratmosphäre zum ersten Mal hautnah erlebt habe, denn zu diesem Zeitpunkt waren ein paar meiner Bekannten schon sehr ehrgeizig und mit hohem Materialeinsatz auf den Rennstrecken Europas unterwegs. So fuhr ich also mit meinem absolut serienmässigen Motorrad gegen Routiniers auf fein und kostspielig aufgebauten Rennmotorrädern ein paar Tage im Kreis herum, und war durchaus stolz, dass ich mich dabei keinesfalls blamiert habe. Sogar einen kleinen Pokal hab ich damals mit heim genommen.
Das Schönste an dieser Veranstaltung war jedoch, dass die Teilnahme aus einer Blödlerei in der Newsgruppe heraus entstand, wo man mir als überzeugten Strassenfahrer das absolute Versagen bei einer Rennveranstaltung wie z.B. Jura Racing vorhergesagt hat. Tja, so kann man sich täuschen. ;-)
Ein Teil der Zweifler wie auch Unterstützer haben dann ihr Wort gehalten und beinhart einen Teil der Teilnahmekosten auf mein Konto überwiesen, ich war zu diesem Zeitpunkt also sozusagen ein gesponserter Rennfahrer.

Dann war lange Pause. Private wie berufliche Veränderungen sorgten für Zeit- und Geldmangel, ausserdem konnte ich mit dem Ringfahren, wie es zu dieser Zeit gerade in Mode kam, nichts mehr anfangen. Da wurden Materialschlachten ausgetragen, dass man den Eindruck gewinnen konnte, es ginge um eine internationale Meisterschaft, dabei fuhren da doch nur Hinz und Kunz um die goldene Ananas.
Das war für mich als "Puristen" absolut uninteressant.

2009 jedoch hat mich der Benny dazu überredet, mit meiner damals neu gekauften KTM Superduke doch mal einen gemütichen Tag mit KTM auf der Rennstrecke in Ungarn zu verbringen. Und dann ist es halt passiert!
Älter, langsamer und noch unehrgeiziger als früher, aber immer noch mit Freude am Motorradfahren wurde ich infiziert:

Der Anfang:Track'n'Test Pannoniaring mit der Super Duke

Ab nun gings los. Mehr gibts in den Berichten zu den jeweiligen Veranstaltungen. Viel Spass beim Lesen. ;-)


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