Die Gixxerprobefahrt.


Untenstehend das (fast unveränderte) Posting, welches ich nach der Probefahrt am 22.8.00 nach at.freizeit.motorrad gestellt hab (die Originalfassung).

Subject: KurzFAHRbericht GSX-R 750: Mist

...heute einfach zu wenig Zeit.


Weil: Heute wars soweit!

Ich hab mir die neue GSX-R 750 vom Haendler geholt.

Allererster Eindruck: Die ist wirklich so leicht. Nix mit leerem Motorgehaeuse auf der Messe, oder sonstigem Schas. Die IST so leicht. Punkt.

Die Sitzposition ist fuer Japsensportlermasstaebe ein Wahnsinn. Endlich mal ein japanisches Sportmotorrad, bei dem zumindest die Sitzposition am Stand passt.
Ich starte den Motor, und bin gleich wieder ueberrascht. Der kernige aber nicht zu laute, sonore und kraftverheissende Sound aus dem (natuerlich *g*) montierten Carbontopferl ist sehr nett. Zwar von nem kleinen Vierzylinder, aber echt nett.

Na gut, dann rollen wir halt mal Richtung E.berg los.
Geil, die drueckt schon von ganz unten sauber an, das ist angenehm in der Stadt, jedoch (auch nach absenken des Luftdruckes) ist der Pilot Sport auf ungrippigem Belag durch den Bock hoffnungslos ueberfordert. Ich bieg bei der Tankstelle von der Linzerstr. zum Exelberg ab (wissts eh, da hinten halt [Anm.:Huettelbergstr.]) und geb wie gewohnt GAAAS um einen sauberen Drift bei der Ampel hinzulegen, und fast waers passiert; naemlich, dass ich mich hinlege.
Gut, also next Time weniger Gas.
Die paar laecherlichen Kruemmungen in der ewig langen Geraden nehm ich auch gleich mit ordentlichem Seitenversatz des Hinterrades *g* und schoen langsam bekomm ich ein gutes Gefuehl auf dem Motorrad. Also rauf die Amundsenstr (?) und dann rein in den Wald zum E.berg. Sachte Gas, da dort ja nur 50er und ausserdem und ueberhaupt. Ich geh die Kehren erst mal etwas gemuetlicher an, und beschliesse bei der zweiten Kehre mal ordentlich Stoff zu geben, ploetzlich reissts mir ab ca. 10k das Vorderrad in die Luft, als waere darunter ein Sprengsatz detoniert. GEIL!
Das geht natuerlich weiter so bis zur letzten Kehre. Irgendwie will der bescheidene Pilot Sport net so richtig grippen, aber wurscht, rutschma halt a bisserl. Bei der DH dann duerfte der Reifen warm geworden sein, also gleich nochmal den Berg hinundher. Was soll ich sagen, natuerlich schaut man mal wie das Teil geht. Die Scheiblingsteingerade aufwaerts zeigt der Tacho vor der Kuppe x56 km/h an (x > 1), unpackbar wie das anreisst. Es gibt auf den ersten beiden Hinundherfahrten keine nennenswerten Vorkommnisse, ausser dass mir die Haende weh tun. Das liegt vermutlich aber daran, dass ich ja eigentlich ein Schisser bin, und viel zu verkrampft den Lenker festhalte. Gut, also etwas konzentrierter und lockerer wieder rauf zur Huette. Siehe da, das Lenkerschlagen ist weg, und meine Haende tun auch nimmer weh. Ich bekomm immer mehr Vertrauen in den Gixer und dreh halt ordentlich am Quirl, was bedeutet, den leckeren Motor immer ueber 10k zu halten. Ist zwar net grad einfach, aber es geht.
Die Taktik geht auf, es wird hergebrannt dass es aerger net geht, und ich will garnimmer aufhoeren. Da ich aber merk, dass ich irgendwie wie ein Wahnsinniger durch die Waelder rase, fahr ich lieber die Königstettner Kehren, die sind halt doch etwas langsamer. Langsamer ja, aber sonst auch nix. Die Kraft der 750er bringt man dort nichtmal ansatzweise auf den Boden, nichtmal irgendwie.
Aber auch GEIL!
Bei den Königstettner Kehren hab ich dann auch mal die Bremserei so richtig kennengelernt, und muss sagen, die ist wie fuer mich gemacht. Nicht zu bissig, aber extrem harter Druckpunkt (fuer die Germanen *g*) und ueber jeden Zweifel erhaben. Die Bremserei bringt mich auch gleich zum nexten, naemlich zum extrem schnell leicht werdenden Heck.
Wenn man (schnellere) Kurven forsch anbremst, ist das Heck immer unterwegs nach hoch und vorne. Mich stoert das nicht sonderlich, hab aber auch schon gehoert, dass manche das nicht besonders moegen. Ist halt eine Frage des Fahrstils. Und diesen sollte man gleich umstellen. Die GSX-R mag es nicht sonderlich "ueber den Lenker" gefahren zu werden, da geht alles mit Gewichtsverlagerung. Damit mein ich nicht Hangoff, sondern eben einfach einen Deut mit dem Schenkel, etwas nach innnen lehnen ( und ja nicht am Lenker reissen) und die Kurve geniessen. Und das kann man auch, denn die Suzl rennt sowas von souveraen durch verschiedenste Radien, wie man es nur von bestimmten Edelmarken aus .it kennt. Es ist zwar nicht ganz so ruhig, aber merklich ruhiger, als ich es bisher von einem Japaner-Radl kenne.
Dazu traegt aber sicher auch die super Grundabstimmung des Fahrwerks bei, wo z.b. die super ansprechende Gabel und das gut gedaempfte aber nicht zu harte Federbein sehr gut ihren Dienst verrichten. Schraeglagenfreiheit duerfte auch genuegend vorhanden sein, obwohl ich das noch nicht so genau sagen kann, da ich ja noch nicht am Katzelsberg damit war *g*. Kommt morgen, so das Wetter passt. Das Sitzpolster ist auch wirklich eins, da tut Dir nix weh, wennst laenger sitzt, es ist genug Platz fuer Turnuebungen, und auch der Tank hat endlich halbwegs akzeptable Form bekommen. Man sitzt dadurch wunderbar versammelt beim Vorderrad, und die Arme koennen richtig schoen angewinkelt und entspannt am Lenker liegen. Der Knieschluss ist zwar nicht ganz so toll wie bei nem schmalen V2, jedoch fuer nen 4Zyl. spitze. Einzig, dass die Stummerl ein wenig weiter (aussen) nach unten stehen koennten, waere zu bemaengeln, aber es ist nicht stoerend, so wies Serie ist.
Bin ja schon gespannt, wann die ersten Volldeppen da einen hohen Lenker drauf tun, die sollte man gleich standesrechtlich erschiessen! :-)
Nunja, was gibz nach den paar ersten Km sonst noch zu sagen? Nurmehr, dass man damit am Ring sicher um ein Eck schneller sein kann (eigenlich MUSS) als mit den aktuellen 600ern, und dass man auf der Strasse damit sowieso immer automatisch viel zu schnell unterwegs ist. Die verleitet einem so zum Drehen, das ist schon fast kriminell, es macht suechtig den Motor so richtig zum roten drehen zu lassen, und es hat den Anschein, dass er auch genau dafuer gemacht wurde. Kein Motor dreht so bissig und so willig in den Roten, wie der der GSX-R 750. Das hohe Drehzahlniveau verleitet (mich) jedoch etwas zum fruehen Gaswegnehmen, was aber sicher eh kein Fehler ist. Die Getriebeabstufung ist imho sehr gut gelungen, ich find keine Haenger im Drehzahlband, einzig die harten Lastwexel (Einspritzung!) koennen etwas nerven, wenn man am Gas nicht sicher ist. Die muss halt immer auf Zug gefahren werden, alles andere ist nicht ihr Ding.
Obwohl(tm), selbst bei 60 in der 6. macht sie keine Mucken, und zieht ganz brav voran. Ist aber eh unwichtig. Wichtiger ist, dass die z.B. bei einer leichten Kuppe (koennte z.B. soeine wie am Exelberg, bei der Abzweigung nach links zur Waldschenke sein) auch bei ca. 150 noch nur durch GAAASgeben das Vorderradl in die Hoeh reisst, und dann gaaaanz sanft wieder aufsetzt. Auch ist es moeglich, am Hinterrad von der Ersten bis in die Dritte (ich bin ein Schisser*g*) zu beschleunigen, und das Vorderradl macht beim Aufsetzen keinen Muckser. Na gut, es macht *quiiietsch*, aber sonst nix. *seufz* Ich haett ja noch soo viel zu schreiben, aber das liest ja dann keiner mehr, is eh schon zu lang.

Fazit: Haett ich die Kohle, wuerd ich sie sofort kaufen, so als Zweitmotorrad. Achja, und IMVHO ist es eindeutig das Beste japanische Motorrad, welches zurzeit am Markt ist. Zumindest von denen, die ich bisher fuhr, und mit der GSX-R irgendwie zu vergleichen waeren.

UNPACKBAR LEIWAND!

Doppel-R, euphorisch und Komplizen fuer *censored* suchend *g*
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